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Arbeitskreis Religion und Medizin

Was ist AKRM?

Der Arbeitskreis versteht sich als akademisches, religionswissenschaftliches Netzwerk zur religionswissenschaftlichen Forschung in dem Themengebiet „Religion und Medizin“. Eingeschlossen sind hier religionshistorische wie auch gegenwartsbezogene Forschungsinteressen.

Forschungsinteressen

Der Arbeitskreis sieht seine Forschungsinteressen insbesondere in den folgenden Feldern:

  • Sowohl innerhalb als auch unabhängig von Gemeinschaften finden sich religiöse Angebote zur physischen und psychischen Heilung bis hin zu Religionsgemeinschaften, die Heilungspraktiken in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten stellen.  Neben Praktiken und Konzepten wie traditionellen Heilungsritualen, „Spiritual Healing“, ,,Faith Healing“ oder im japanischen Kontext iyashi („Heilung“) sowie vielen weiteren, gilt das Interesse auch Diskursen, in denen sich religiöse und medizinische AkteurInnen im Spannungsfeld zwischen Medizin/Psychologie/klinischer Psychotherapie und Religion positionieren.
  • Unter anderem in Europa, den USA, Südamerika, Japan und Indien etablieren sich neue Heilverfahren zunehmend im Bereich der Alternativen/komplementären/integrativen Medizin und Therapie neben biomedizinischen Angeboten. Diese können sowohl in ihrer Praxis als auch in ihren Konzepten im Hinblick auf das Verständnis von Körper, Krankheit und Heilung eine Vielzahl von religiösen Aspekten aufweisen, die sie für die Religionswissenschaft zu einem relevanten Forschungsgegenstand machen.
  • Traditionelle Heilverfahren, die häufig mit religiösen Traditionen verbunden sind, stehen in modernen, globalisierten Kontexten in Konkurrenz zur Biomedizin und sehen sich bestimmten Herausforderungen gegenüber. Hieraus ergeben sich Transformationsprozesse, die ebenfalls für die Religionswissenschaft von grossem Interesse sind. Hinzu kommen „re-inventions“ traditioneller Heilverfahren, zugeschnitten auf einen modernen, globalisierten Kontext, die in neuer Form und in einem neuen sozialen und kulturellen Umfeld angeboten werden. Neben den „re-inventions“  entstehen auch neue Verfahren, die zwar den therapeutischen Anforderungen moderner Gesellschaften entsprechen, aber aus dem überlieferten Wissen einer religiösen Tradition legitimiert und somit als Träger dieser Tradition reklamiert werden.
  • „Spiritual Care“ wird als Label und Praxis derzeit in Einrichtungen des Gesundheitswesens nicht nur in den deutschsprachigen Ländern, sondern auch in Japan und den USA zunehmend relevant. Die betreffenden Diskurse, Institutionalisierungsprozesse, AkteurInnen und Praktiken etc. werden bislang noch kaum aus religionswissenschaftlicher Perspektive untersucht.
  • Das Verhältnis von Religion und Biomedizin wird auch durch Diskurse bestimmt, in welchen sich religiöse Akteure zu Praktiken und Auffassungen der Biomedizin positionieren (z.B. Bioethiken religiöser Traditionen), wie auch umgekehrt sich biomedizinische Akteure zu religiösen Praktiken äussern – z.B. in Bezug auf deren Psychopathologie. Auch diese Diskurse wurden bislang wenig in der Religionswissenschaft thematisiert.

Struktur

Jährlich finden Arbeitstagungen oder  Workshops zu ausgewählten Themen statt.

Diese sollen in der Regel aus einem der Öffentlichkeit zugänglichen Teil mit wissenschaftlichen Beiträgen der Arbeitskreismitglieder zu der jeweiligen Thematik und einem internen ‚Geschäftstreffen’ der Arbeitskreismitglieder zum Austausch und der weiteren Planung bestehen. Die Beiträge der Arbeitskreistagungen werden gegebenenfalls zur gemeinsamen Veröffentlichung vorgesehen.

Die Mitgliedschaft steht allen interessierten Mitgliedern der DVRW und der anderen Mitgliedsorganisationen der EASR offen und besteht in Form einer Mitgliederliste.

Die aktuellen Sprecherinnen sind Dorothea Lüddeckens (dorothea.lueddeckensuzh.ch) und Monika Schrimpf (monika.schrimpf@uni-tuebingen.de).

Kontakt

Arbeitskreis Religion und Medizin (AKRM)

c/o Prof. Dr. Dorothea Lüddeckens
Religionswissenschaftliches Seminar
Kantonsschulstrasse 1
CH-8001 Zürich

Telefon: +41 44 634 47 19
sekr_lueddtheol.uzh.ch

 

Prof. Dr. Monika Schrimpf
Eberhard Karls Universität Tübingen
AOI - Abteilung für Japanologie
Wilhelmstr. 90
72074 Tübingen

Tel:  +49-(0)7071-2973959
monika.schrimpfuni-tuebingen.de