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Arbeitskreis Religionswissenschaftliche Gegenwartsforschung (AK ReGe)

Der Arbeitskreis Religionswissenschaftliche Gegenwartsforschung (AK ReGe) wurde am 20./21.1.2017 in Leipzig gegründet. Der Gründungstagung gingen zwei sondierende Arbeitstreffen in Bochum und in Bremen im Jahr 2016 voraus.

Konzept des Arbeitskreises

Die Religionswissenschaft nimmt als eigenständige Disziplin mit interdisziplinärer und transnationaler Ausrichtung methodische und theoretische Einflüsse aus verschiedenen Fächern und Fachkulturen auf. So ist die religionswissenschaftliche Gegenwartsforschung von den Sozialwissenschaften, aber auch der Kulturwissenschaft und transdisziplinären Ansätzen wie der Diskursforschung beeinflusst. Dabei ist die Gegenwartsforschung im Vergleich zur historischen Religionsforschung insbesondere auf der methodischen Ebene von einigen Spezifika gekennzeichnet, etwa Fragen nach dem Verhältnis von erhobenen Daten (wie qualitativen Interviews, quantitativen Surveys, Protokollen teilnehmender Beobachtung, etc.) und "found data" (Texte, materielle Kultur, etc.) oder nach der Dynamik des Untersuchungsgegenstands und seinen Wechselwirkungen mit der religionswissenschaftlichen Forschung selbst.

Der Arbeitskreis "Religionswissenschaftliche Gegenwartsforschung" in der DVRW soll erstens zu einer systematischen und kritischen Auseinandersetzung mit diesen Spezifika beitragen, indem er Religionswissenschaftler_innen, die empirisch zu gegenwärtigen Themen arbeiten, eine Plattform zum Austausch und zur methodologischen Reflexion innerhalb der Religionswissenschaft bietet. Sein Gegenstand sind damit zweitens Fragestellungen und Theorien aus den Feldern religiöser Gegenwartskultur, die Ausgangs- wie Fluchtpunkt der forschungsbezogenen Auseinandersetzung darstellen. Dabei muss eine solche religionswissenschaftliche Gegenwartsforschung auch sensibel sein für die Einflüsse historischer Diskurse und globaler Verflechtungen, die religiöse Gegenwartskulturen prägen. Der Arbeitskreis bestimmt seinen Themenschwerpunkt explizit nicht geografisch oder materialabhängig, sondern programmatisch. Religionswissenschaftliche Theoriebildung soll dabei in ihrer Bezogenheit auf die empirische Forschung diskutiert werden. Dafür ist die Orientierung an den idealtypischen Analyseebenen Theorie, Methodologie, Methode und Empirie leitend. Neben der Beschäftigung mit methodischen und methodologischen Fragen der Gegenwartsforschung wird sich der Arbeitskreis daher auch mit für das Themenfeld relevanten Theorien - etwa zur Individualisierung, Pluralisierung, etc. - auseinandersetzen.

Struktur und Arbeitsweise

Der Arbeitskreis wird einmal jährlich ein offenes Arbeitskreistreffen an wechselnden Standorten abhalten. Bis 2020 sind dabei folgende Schwerpunktthemen geplant:

 

  • 2017 (Gründungstagung): "Minderheiten/Mehrheiten" (20.-21. Januar in Leipzig)
  • 2018: "Charisma" (Voraussichtlicher Tagungsort: Bremen)
  • 2019: "Nichtreligion" (Voraussichtlicher Tagungsort: Bayreuth)
  • 2020: "Narrative von Pluralität und Diversität" (Voraussichtlicher Tagungsort:: Bochum)

 

Die Schwerpunktthemen sollen dazu dienen, die eigene Forschung vor dem Hintergrund der jeweiligen Schwerpunktthemen zu reflektieren, in Austausch mit (internationalen) Expertinnen und Experten zu treten, methodische Zugänge zu vertiefen und Möglichkeiten der Theoriebildung anhand des empirischen Materials zu diskutieren.

Obwohl die Kerngruppe der Arbeitskreis-Mitglieder zum nordatlantischen Raum forscht, sollen auf Treffen und Tagungen auch komparative Perspektiven angeregt und eingenommen werden. Religionswissenschaftler_innen, die gegenwartsbezogen zu anderen geografischen Räumen arbeiten, sind herzlich eingeladen, sich an den Aktivitäten des Arbeitskreises zu beteiligen.

Zudem werden interne Geschäftstreffen bspw. auf DVRW-Tagungen abgehalten, bei denen alle zwei Jahre der AK-Sprecherkreis neu gewählt wird.

Kontakt und aktuelle AK-Sprecherinnen